Sensomotorik – mehr als „wackeln“?

Stellt man die Frage nach sensomotorischem Training, fällt dem Großteil der Trainer oder Physiotherapeuten gleich das Training auf instabilen Unterlagen ein. Sehr großer Beliebtheit erfreut sich diese Art von Wackeltraining nach wie vor nach Verletzungen (vor allem im Sprunggelenk und Knie) oder zur vermeintlichen Vorbeugung dieser Verletzungen. Nur um es gleich vorneweg zu nehmen: Ich bin kein Gegner dieses Wackeltrainings, nur ist es mir wichtig, dass man folgende Dinge in seine Trainingsplanungen miteinbezieht:

  • Was ist sensomotorisches Training?
  • Wann setze ich sensomotorisches Training ein?
  • Welchem Zweck soll es dienen?
  • Wie ist das sensomotorische Training in meine Trainingsphilosophie eingebettet?

Wie ihr seht, gibt es eine Menge Dinge, über die man sich Gedanken machen sollte, also fangen wir an:

 

Was ist sensomotorisches Training?

Geht man rein über die Definition, so beinhaltet das Wort die beiden Begriffe „Sensorik“ und „Motorik“. Sensorik ist dabei die Aufnahme von Informationen und deren Weiterleitung an das zentrale Nervensystem durch Gehirn und Rückenmark. „Motorik“ ist die Ansteuerung und die daraus resultierende Aktivierung bzw. Ansteuerung des aktiven Bewegungsapparates (Muskulatur). Zusammengefasst kann man also festhalten, dass ein sensomotorisches Training das Zusammenspiel zwischen Muskeln und Nervensystem verbessert. Im Bereich der begrifflichen Abgrenzung fällt in diesem Zusammenhang auch gerne der Begriff der Propriozeptoren. Oftmals werden diese beiden Begriffe synonym verwendet, was jedoch falsch ist. Ein sogenanntes propriozeptives Training findet dann statt, wenn die Aufnahme von Informationen nicht über die großen Rezeptoren wie Augen, Ohren oder Gleichgewichtsorgan, sondern über kleine Rezeptoren stattfindet, die sich zum Beispiel in der Muskulatur bzw. in den Gelenken befinden. Einfach ausgedrückt: Propriozeption ist ein Teilgebiet der Sensomotorik.

Um das Gehirn noch ein wenig an die Denkgrenze zu bringen, möchte ich noch einen weiteren Aspekt miteinbringen. Betrachtet man es in seiner Gesamtheit, so ist sensomotorisches Training durchaus in weiten Teilen gleichzusetzen mit dem was sich unter dem Modewort „funktionelles Training“ in der Fitnessbranche wie ein Lauffeuer verreitet hat, denn:

 

„Sensomotorisches Training ist ein koordinatives Training zur Verbesserung von Körperhaltung und Bewegungsabläufen/ Bewegungsmustern und dient sowohl der körperlichen Aktvierung nach Verletzungen als auch der Leistungsverbesserung.“

 

Für mich hört sich das sehr nach funktionellem Training an, obwohl ich natürlich zugeben muss, dass es bei weitem nicht so trendy klingt…

In diesem Sinne freue ich mich, euch die nächsten Wochen durch das Reich der Sensomotorik zu führen.

Euer Ralph

 

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