Sensomotorik – der Nutzen

Wie bei allen anderen Trainingsformen sollte man sich natürlich über den Nutzen für den Kunden bewusst sein, damit diese Form des Trainings auch zur rechten Zeit in der Trainingsplanung eingesetzt wird.

Der entstehende Trainingseffekt entsteht durch die gleichzeitige Verarbeitung zusätzlicher Reize, während die Muskulatur als Teil des aktiven Bewegungsapparates, bereits damit beschäftigt ist, ein abweichendes Bewegungsprogramm zu absolvieren. Da wie erwähnt andere Reize gesetzt werden, muss in der Folge auch die Muskulatur mit zusätzlichen Reaktionen darauf reagieren (Halten des Gleichgewichts, Veränderung der Muskelspannung…). Wie bei allen anderen Bewegungen besteht auch beim sensomotorischen Training das Ziel, dass diese Bewegungen, soweit sie neu sind, entweder als Bausteine für neue Bewegungen oder komplett als neue Bewegung abgespeichert werden. In der Folge können beispielsweise bisher ungenutzte Muskeln aktiviert werden bzw. die Effektivität der Muskelaktivierung verbessert werden.

Haltung bzw. „posture“ ist eines der Schlagwörter im Bereich des funktionellen Trainings. Auch die Fitnessbranche hat mittlerweile erkannt, dass eine gute bzw. neutrale/ symmetrische Haltung beim Training für die Entwicklung von Bewegungen bzw. bei deren Verbesserung von immenser Bedeutung ist.

Was ist also Haltung und welchen Beitrag kann das sensomotorische Training liefern?

Eine gute Haltung bedeutet im Grunde ein gutes Zusammenspiel zwischen aktiven und passiven Strukturen.

Im aktiven Bewegungssystem kann man dabei zwischen Muskeln unterscheiden, die als Mobilisatoren und welchen die als Stabilisatoren dienen. Für die Haltung sind dabei vor allem die Stabilisatoren (lokal und global) von Bedeutung, die meist tiefer und schräg zur Bewegungsrichtung liegen. Lokale Stabilisatoren sind dabei beispielsweise der M. transversus, Globale die schräge Bauchmuskulatur.

Für uns als Trainer ist das für immense Bedeutung, da der Großteil unserer Kunden einer weitestgehend sitzenden Tätigkeit nachgehen, wodurch diese wichtigen Stabilisatoren abgeschwächt und in der Folge sogar inaktiv werden können. Wird diese Inaktivierung pathologisch, führen als Konsequenz Mobilisatoren (bspw. der M. latissimus) die Bewegungen aus, für die eigentlich Stabilisatoren zuständig wären.

Mögliche Folgen dieser Fehlaktivierung sind:

  • Inkorrekte Bewegungsmuster
  • Verlust der Schutzfunktion der Gelenke
  • Erhöhung des Verletzungsrisikos
  • Überbeanspruchung von Strukturen

Ich hoffe, dass im obigen Abschnitt deutlich geworden ist, wie wichtig das sensomotorische Training für ein ganzheitliches Training unserer Kunden ist. Nach dem WIESO und WESHALB fehlt nun noch das WIE.

Stabilisatoren sprechen sehr gut auf ein Training mit einer stabilen Ausgangsposition bzw. einer anspruchsvollen korrekten Grundposition an und werden gefordert, wenn das Training folgende Parameter enthält:

  1. Gleichgewichtsimpulse von außen
  2. Komplexe statische Muskelanspannungen
  3. Dynamische Bewegungen mit einer Rotationskomponente

Besonders wichtig ist mir noch einmal die Hervorhebung, dass es nicht darum geht, dass der Kunde nur am „RUMWACKELN“ ist. Die Bewegungsqualität sollte hier wie bei allen anderen Trainingsprinzipien immer im Vordergrund stehen.

Euer Ralph

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