Rouvens Blog zu unseren letzten beiden VLOGs

Gerade in der Fitnessindustrie gibt es viele Quereinsteiger, die bereits in einem gefestigten Berufsleben stehen und sich dann dazu entscheiden, in der Fitnessbranche arbeiten zu wollen.

Das Problem ist generell, dass es in der Fitnessbranche keine klaren Richtlinien für den Bildungsweg gibt. Viele von uns sind durch gewisse Umstände oder Kontakte in der Fitnessbranche gelandet.

Als ich an dem Punkt angekommen war, Personal Trainer zu werden, hatte auch ich einige Änderungen in meinem Leben vorgenommen. Ich hatte meinen 12 Jahresvertrag bei der Bundeswehr nach über 4 Jahren gekündigt, war nach Kanada ausgewandert und war vielleicht an einem ähnlichen Punkt wie du heute… ich habe mich neu orientiert.

Egal ob du dich im Berufsleben erstmalig orientierst oder einen Karrierewechsel anstrebst – ich möchte gerne versuchen ein wenig Licht ins Dunkle zu bringen und aufzeigen, wie man in der Fitnessbranche als Personal Trainer erfolgreich sein kann.

Die zwei verbreitetsten Wege sind a) eine Studium zum Sportwissenschaftler b) eine Personal Trainer Ausbildung.

Schauen wir uns die positiven und die negativen Seiten von beiden Wegen an:

 

Option a) Sportwissenschaftler:

Positiv:

  • Abschluss
  • Anatomie und Trainingslehre werden sehr ausführlich gelehrt
  • Regulierte Inhalte

 

Negativ:

  • Dauer: Bachelor 6 Semester, Master 4 Semester, Diplom 9 Semester
  • Kosten für ein Studium inkl. des Lebensstandards
  • Das Studium ermöglicht wenig Praxis am Kunden und wie ich Kunden trainiere
  • Kein Erlernen von Coachingtechniken am Menschen oder Anwendung von Psychologie zur Verhaltensänderung

 

Option b) Personal Trainer Ausbildung:

Positiv: 

  • Dauer: wesentlich schneller als Studium zum Sportwissenschaftler
  • Geringere Kosten als beim Studium (Lebenskosten aufgrund der Dauer)
  • Anatomie und Physiologie werden ausreichend gelehrt, um mit Kunden trainieren zu können
  • Zertifikat wird von manchen Kunden besser angesehen als ein Studium

 

Negativ:

  • Ein Zertifikat ist auf dem Arbeitsmarkt weniger wert als ein Studium
  • Es ist unklar, welches Zertifikat hoch angesehen wird oder welcher Ausbildungsinhalt bei welcher Institution als gut bewertet wird
  • Viele Personal Trainer Ausbildungen beinhalten keine Coachingtechniken oder lehren keine Psychologie zur Verhaltensveränderung

 

Ich habe damals eine B-Lizenz durch den Berufsförderungsdienst gemacht; noch bevor ich nach Kanada ausgewandert bin, habe ich mir dann als Boxtrainer in einem Elitären Country Club mein Frühstück verdient und bin dadurch an einen Personal Training Job gekommen.

Deutsche Arbeitsweise gepaart mit schlechten Trainingsinhalten und schlechtem Coaching –  um ehrlich zu sein, hätte ich damals nicht als Personal Trainer arbeiten sollen. Ich habe niemandem geschadet und meine Kunden näher an Ihre Ziele gebracht, aber ich habe meinen Kunden maximal 10 % von dem gegeben, was sie wirklich gebraucht hätten. Aber das ist ein anderes Thema!

Nun habe ich gemerkt, dass mir meine kanadischen Kollegen einiges voraus waren. Nachdem ich mit dem Job angefangen hatte, begann ich also zu studieren. Ich besuchte Seminare, Ausbildungen, nahm an Conventions teil, las unzählige Artikel und Bücher und meine Obsession begann… Ich konnte in meinen 2,86 Jahren in Kanada jedoch keinen Abschluss machen und hatte immer die Sorge, meine Bildung würde nicht ausreichen!

 

Wenn man Dan John fragt, was man benötigt, um ein weltklasse Strength Coach zu werden, antwortet er mit den folgenden drei Schritten:

  1. Mache einen Abschluss in Englisch, studiere dann Theologie (Glaubenslehre) und verschaffe dir einen Job als Hochschullehrer
  2. Verbringe deine Abende damit, einen online Religionskurs zu lehren
  3. Arbeite als ehrenamtlicher Strength Coach in einem Verein….

Und 25 Jahre später bist du eine echte Größe in der Strength und Conditioning Welt!

Sein Sarkasmus zeigt ein plakatives Beispiel auf – es gibt einfach keinen Musterverlauf für eine Karriere in der Fitness- und Trainerindustrie!

 

Als ich das für mich realisiert hatte, viel mir selbst ein Stein vom Herzen. Ich hatte eine Passion, die sich in eine Obsession verwandelt hatte, mein Weg, den ich ging war kein Musterwerdegang, aber den gibt es in unserer Branche auch nicht!

 

Was bedeutet das nun für dich?

Deinen individuellen Werdegang musst du für dich persönlich herausfinden. Komplett reguliert wird es die Ausbildung zum Weltklasse Trainer wohl auch nie geben. Du solltest den Weg gehen, der deinen Stärken entspricht, zu deinen Umständen passt und deine Umgebung wird dich genau so viel formen, wie die Kurse, die du dir aussuchst und die Lehrer, denen du auf deinem Weg begegnest.

Aber wie und wo sollst du anfangen?

 

Hier kommt der dynamische Lehrplan der neuen Fitnessindustrie:

Es gibt wie gesagt keine Musterausbildung, doch du kannst Prinzipien und Verhaltensweisen der top Trainer und Coaches folgen:

 

  1. Starte sofort damit, Menschen zu coachen. Der einzige Weg herauszufinden, ob du es wirklich magst mit Menschen zu arbeiten, ist mit Menschen zu arbeiten. Oft höre ich den Satz: “es ist meine Leidenschaft zu trainieren und diese Leidenschaft will ich nun auch mit anderen teilen”… Ich frage dann immer “Ist es auch deine Leidenschaft andere zu trainieren – das sind nämlich zwei komplett unterschiedliche Dinge”! Du brauchst leider keine Ausbildung oder Zertifikate dafür, um damit zu beginnen, musst du nur ein wenig mehr wissen, wie die Person, die du coachst. Zu Beginn fängst du am besten mit deiner Familie oder deinem Freundeskreis an, um der Industrie nicht zu schaden. Um weltklasse in dem zu werden, was du tust, durchläufst du den stetigen Prozess des neuen Lernens, dein Wissen in der Praxis umzusetzen, Fehler zu machen und die Fehler zu korrigieren. Wer nie versagt, versucht es häufig nicht dolle genug.
  1. Mache deine Ausbildung, während du Menschen coachst. Wir wissen, dass es bessere Ausbildungen gibt als die von gestern. Ein riesen Vorteil ist, wenn du das neu Erlernte direkt in der Praxis umsetzt und testest.
  1. Spezialisiere dich! Deine Basisausbildung wird nicht ausreichen, um deinen Kunden zu 100% zu helfen. Eine Ernährungsausbildung kann deine Resultate vervielfachen und deine Kunden weiterhin motivieren.

 

  1. Mache eine Ausbildung, um deine Kunden zu lehren, wie sie sich richtig bewegen. Ein Leitsatz lautet “bewege dich richtig, bevor du Bewegungen unter Last ausführst” – move well before you load movement oder don’t load disfunction. Ganz wenige Menschen können sich gut bewegen. Wenn du keine Turner trainierst, benötigst du eine Ausbildung im Bereich Movement!
  1. Lerne alles zum Thema Coaching! Wenn du den ersten Schritten folgst, hast du eine gute Basis in den Bereichen Trainingslehre, Ernährung, Bewegungslehre und Anatomie. All das Wissen bringt dir jedoch nicht viel, wenn es deine Kunden nicht umsetzen. Es geht also darum, die Gewohnheiten deiner Kunden umzustellen. Wenn du verstehst, wie man verschiedene Persönlichkeiten wirklich erreicht und sie positiv beeinflussen kann, dann beginnt dein eigentlicher Job als Personal Trainer.
  1. Besuche Kurse, die dir das Business lehren… Marketing etc.
  1. Verfolge eine Karriere stetigen Lernens und kontinuierlicher Persönlichkeitsentwicklung

 

Es gibt tatsächlich keinen Musterverlauf in dieser Branche. Es ist eine sehr interessante Branche mit vielen Hürden und viel Frustration, doch je härter sich der Weg gestaltet, desto mehr Belohnung erwartet dich, wie auch immer diese Belohnung für dich aussehen mag.

Besuche unsere Ausbildungen und lerne von unseren gemachten Fehlern, aus denen auch wir gelernt haben. Unsere Fit Team Standorte challengen uns täglich mit vielen hundert Kunden, denen wir täglich nur unser Bestes geben!

 

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