Richtig Gehen – Das kann doch jeder….. oder nicht?

Bevor ich hier ein paar Sätze zum richtigen Gehen verliere, möchte ich die Leser bitten, einen kleinen Test zu machen: Zieht bitte eure Schuhe und für noch mehr Feedback bitte auch eure Socken aus. Dann haltet ihr euch bitte die Ohren zu. Beginnt nun ein paar Meter zu gehen. Wichtig dabei ist, dass ihr so geht wie ihr immer zu gehen pflegt. Es kann nun durchaus passieren, dass ihr ein ziemlich lautes und auch dumpfes Geräusch wahrnehmt. Bloß nicht wundern: Das Geräusch kommt davon, dass ihr zuerst mit der Ferse aufsetzt, was dazu führt, dass ihr all eure Gelenke staucht. Vor allem die Wirbelsäule, unser wichtigstes Bauteil zur Stabilisation und Beweglichkeit wird auf diese Art und Weise erschüttert. Wen wundert es da, dass eine beträchtliche Anzahl von Menschen Abnützungserscheinungen im ganzen Körper haben? Obwohl wir nicht mehr so viel wie früher gehen, legen wir doch noch eine beträchtliche Anzahl an Schritten zurück, welche die Gelenke im Körper abfedern müssen. Machen wir nun einen weiteren Test. Haltet Euch bitte wieder die Ohren mit der Hand zu. Wenn ihr Euch nun fortbewegt, setzt bitte den Fuß zuerst mit dem Ballen auf. Geht nun ein paar Schritte und wechselt in Euren regulären Gang. Eine Sache wird jedoch nicht passieren: Es wird zu keinerlei Geräuschentwicklung im Ballengang kommen.

Viele Menschen gehen, indem sie den Boden zuerst mit der Ferse berühren. Der von der Natur aus vorgesehene Gang ist jedoch der Ballengang. Wenn wir uns zu diesem Zweck einmal verdeutlichen wie Kleinkinder das Laufen lernen, so stellen wir fest, dass Sie in den ersten Jahren im Ballengang unterwegs sind. Erst im Laufe der Zeit schauen Sie sich den Hackengang „leider“ bei ihren Mitmenschen ab. Das hängt damit zusammen, dass Kinder viele Dinge durch Nachahmen erlernen. Leider wissen Sie im Vornherein nicht, ob das Gelernte auch sinnvoll ist. Zu allem Überfluss wird einen dann noch ständig, vielleicht auch im eigentlich gesunden Sportunterricht erzählt, dass man abrollen soll. Hierzu ein kleiner gedanklicher Dreisatz:

1)Nur konvexe Körper können rollen!

2) Der Fuß ist nicht konvex!

3) Macht es also Sinn zu rollen?

Um diesen Umstand ein wenig näher zu verdeutlichen, erlaube ich mir hier einen kleinen Ausflug in die Anatomie des Fußgewölbes zu unternehmen: Betrachtet man die Unterseite des Fußes, so fällt auf, dass die Unterseite des Fußes durch 3 Wölbungen „konkav“ ausgeprägt ist. Das größte Gewölbe ist hier das Längsgewölbe, das durch die Muskeln des Fußes so stark verspannt ist, dass man es selbst durch massive Gewalteinwirkung nicht konvex bekommt. In diesem Zusammenhang sollte man sich auch gleich einmal die Schuhe anschauen, die normalerweise käuflich zu erwerben sind. Bei den meisten Schuhen ist es schlichtweg unmöglich, dass man die Enden zusammenbiegen kann, beziehungsweise eine Verdrehung von Spitze zu Ferse durchführen kann ( ihr könnt das in dem Zusammenhang gerne einmal mit euren Lieblingsschuhen testen). Der Grund dafür ist, dass die meisten Schuhe dicke und unflexible Sohlen (das schließt leider die meisten Sportschuhe mit ein) und womöglich noch Absätze haben. Das eigentliche federnde Element des Fußes wird in Kombination mit einer unkorrekten Technik nun vollends aus dem Spiel genommen.

 

Mehr dazu im nächsten Beitrag, der sich noch tiefer mit der Mechanik des Fußes beschäftigt…

 

Ralph Appel

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