Diaphragmaatmung

Letzte Woche habe ich mich in meinem Artikel mit dem Thema Diaphragmaatmung beschäftigt. In diesem Artikel werde ich nun in groben Zügen beschreiben, wie man eine Diaphragmaatmung erlernen kann, bevor es dann schließlich zur Coreaktvierung kommt.

 

Am leichtesten ist die Diaphragmaatmung zu erlernen, wenn der Kunde auf dem Rücken liegt und dabei seine Hüfte und Knie in einem 90 Grad Winkel auf einem Ball oder einer Bank liegen hat. Die Arme liegen ganz entspannt auf der Seite. In dieser Ausgangsposition sollte unbedingt auch darauf geachtet werden, dass die HWS in einer neutralen Position ist.

Durch diese neutrale entspannte Ausgangsposition soll gewährleistet werden, dass das neuromuskuläre System entspannt ist und sich das Diaphragma auf einer Ebene mit dem Beckenboden befindet.

Die Anweisung, die nun vom Trainer folgt ist, dass der Kunde lateral und posterior in seinen Rippenbogen atmen soll. Nun ist ein Anheben des Rippenbogens und des Abdomens zu beobachten. Die Hauptbewegung sollte jedoch aus den lateralen und posterioren Bereichen des Diaphragmas kommen. Ein mögliches Bild, welches dem Kunden helfen kann ist, wenn er sich vorstellt, dass der TPC ein riesiger Ballon ist, der sich durch die Einatmung aufbläst und durch die Ausatmung wieder an Luft verliert.

Ein weiterer wichtiger Punkt bei der Diaphragmaatmung ist der Atemrhythmus. Es sollte unbedingt darauf geachtet werden, dass die Ausatmung 1,5 mal so lange dauert wie die Einatmung. In diesem Zusammenhang muss unbedingt erwähnt werden, dass Personen mit schlechten Atemmustern geholfen werden kann, wenn man ihnen die sogenannte Atempause erklärt. Dies ist die Phase der Atmung, in der weder eine Einatmung noch eine Ausatmung stattfindet. Der Kunde mit schlechtem Atemmuster sollte bewusst 1 Sekunde Pause nach der Ausatmung machen, bevor er eine neue Einatmung startet. Auf diese Weise kann zum einen die Atemrate des Kunden gesenkt werden und der Kunde ist eher in der Lage, das gesamte Lungenvolumen zu nutzen. Zum anderen können wir uns auf diese Weise den Einatmungsreflex zu Nutze machen, der eine damit verbundene Diaphragmaatmung fördert und somit auch Personen mit einem sehr schlechten Atemmuster, wenigstens für eine kurze Zeit, die Diaphragmaatmung ermöglicht.

 

Eine der wichtigsten Aufgaben eines Personal Trainers ist es, dem Kunden sowohl gute verbale als auch manuelle Impulse zu geben. Vor allem im Bereich des Erlernens der richtigen Atemtechnik, sind manuelle Impuls unverzichtbar.

Um seinen Kunden beim Erlernen zu unterstützen, sollte der Trainer seine Hände im posterioren Bereich des Brustkorbs platzieren und den Kunden auffordern, einen sanften Atemzug „in seine Hände zu vollführen“. Will der Trainer eine mehr nach unten gerichtete Ausatmung (caudaler) erreichen, so ist es ratsam, dass der Trainer seine Hände vorne auf den Rippen und mehr in Richtung Becken platziert. Bei der nun stattfindenden Ausatmung kann der Trainer nun den Brustkorb des Kunden leicht mit nach unten bewegen.

 

Wie immer kommt es auch darauf an, dass der Trainer die richtige Technik zur richtigen Zeit einsetzt. Lasst Euch nicht davon abschrecken, wenn es nicht gleich auf Anhieb funktioniert und gebt Euch und Eurem Kunden die Zeit, die richtige Atemtechnik zu erlernen. Ein gewichtiges Argument, um den Kunden zu veranschaulichen, dass es länger dauern kann ist sicherlich, wenn man ihm einfach mal vorrechnet, wie viele Ein-und Ausatmungen er pro Tag mit dem schlechten Atemmuster vollführt.

 

Viel Spaß beim Ausprobieren

 

Euer Ralph

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