Diaphragmaatmung & Coreaktivierung

Bevor ich übernächste Woche einige Korrekturübungen zeigen werde, möchte ich nun noch auf einen wesentlichen Punkt bei der Betrachtung von Schulterdysfunktionen eingehen; nämlich der richtigen Atmung und der damit verbundenen Aktvierung des Cores (folgt nächste Woche).

 

Um es gleich vorweg zu nehmen: Atmung, hier meine ich die DIAPHRAGMAATMUNG, ist die wichtigste Funktion des neuromuskulofaszialen System. Schlechte Atmung und die damit verbundene schlechte Aktvierung des Diaphragmas, stehen in direkter Verbindung zu Problemen, wie Bluthochdruck, Kopfschmerzen und Schwindel.

Aus diesem Grund ist es extrem wichtig, dass die Wiederherstellung der richtigen Atmung im absoluten Fokus steht.

 

Neben dem Rauchen, das wohl im Fokus steht, sich negativ auf das Atmen auszuwirken, gibt es noch weitere Punkte, die sich darauf auswirken:

 

  • Asthma
  • Chronischer Stress
  • Übungen, die über dem Leistungslevel des Kunden liegen
  • Chronische Allergien
  • zu häufiger Gebrauch von Stimulanzien wie Koffein oder Diätprodukte

 

Den Kunden die Wichtigkeit des Atmens zu verdeutlichen, hängt sehr stark von der Überzeugungskraft des Trainers ab; denn „Atmen kann ja jeder“, wird wohl ein gängiges Argument der Kunden sein.

Die folgende kleine Liste soll uns dabei helfen, Restriktionen im Bereich der Atmung einfach aufzudecken.

 

  • Die sogenannte „forward head posture“:

Diese Stellung kommt dadurch zustande, dass die Hilfsatemmuskeln wie die Scaleni und der Sterno zu stark beansprucht werden, um den Brustkorb zu heben, was zu einer Verkürzung dieser Muskeln führt. Im weiteren Verlauf kommt es

dann zu einer suboccipitalen Streckung, was wiederum zu Kopfschmerzen führen kann.

 

  • Verhärtung des Brustkorbes:

Es kommt zu einer Verhärtung des Brustkorbes, wenn es zu einem übermäßigen Gebrauch der oben beschriebenen Hilfsatemmuskeln kommt. Dies führt im Weiteren zu einem Verlust der stabilisierenden Funktion des Diaphragmas. Die Aufgabe des Diaphragmas, den Rumpf zu stabilisieren, müssen in der Folge dann andere Systeme übernehmen, was zu weiteren Dysfunktionen führen kann.

 

  • Atmungsrate:

Generell ist zu beobachten, dass ein Kunde, der eine schlechte Atmung hat, flacher und schneller atmen wird. Dies kann dazu führen, dass die Atem- und Herzrate nach oben steigt, um die Versorgung des Körpers mit Sauerstoff aufrechtzuhalten. Symptome für diesen Effekt können Schwindel, Ängstlichkeit, Bluthochdruck oder auch eine Überlastung der Hilfsatemmuskeln sein.

 

  • weitere Anzeichen können aus einem Hypertonus der schon erwähnten Scaleni, des Sterno, des Pectoralis minor und sogar eine verstärkte Hautfärbung, vor allem im Gesicht und im Nacken sein.

 

 

Um einen vielleicht skeptischen Kunden von der Notwendigkeit und der Investition von Zeit in das Erlernen einer Diaphragmaatmung zu überzeugen, hier noch einmal zusammengefasst einige wichtige Punkte über die Vorzüge eben jener Atmung.

 

  • Unterstützt die Aufrichtung des Skelettsystems
  • Verringert die Muskelaktivität der Hilfsatemmuskeln, was schlussendlich dazu führt, dass damit auch die Schulterfunktion verbessert wird.
  • Aktivierung des parasympathischen Nervensystems und Deregulierung des sympathischen Nervensystems, was zu einer Verbesserung des allgemeinen Befindens und zu einem leichteren Erlernen neuer Bewegungsmuster führt.
  • Verbesserung der Anreicherung des Körpers mit Sauerstoff, was zu einer Verbesserung von Schmerz führen kann.
  • Die Wahrnehmung des eigenen Körpers wird geschult.

 

 

Euer Ralph Appel

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